Archiv der Kategorie ‘Pausenhofpetra-Content‘

Luna-Mae-Spezial

Samstag, den 2. Mai 2009

FĂŒr alle Mondkinder, Luna, Pe und alle anderen.

Statt der normalen More.GĂ€hn.Music heute ein Luna-Spezial.

Tag 88 [ Update – Sistersday ]

Mittwoch, den 15. April 2009

Ich habe wohl nur folgende Optionen: Liegen bleiben und so schnell noch ein Zimmer frei machen, weil ich dann auch liegen bleibe – oder mit Rolli und Risiko und bedĂ€chtig kleine Strecken zu Fuß machen innerhalb des Hospiz und mobiler werden.

Update

Heute also Tag der Geschwister. Meine ist da, schiebt mich ins Penny und wir kaufen fĂŒrs Mittagessen ein. Vorher krieg ich noch eine Art liebevollen Anpfiff vom Doc Langenbeck, den aber Pe besser wiedergibt, ja? Wie auch das mit den MuskelkrĂ€mpfen?

Das Wetter ist grandios, wir beide gut gelaunt und kaufen fĂŒr das Draussen-Essen Mettenden, Kartoffelsalat mit Lachs, Eiersalat, GeflĂŒgelsalat und Baguette. Dann wird gegessen, ich matsche kaum rum, wir haben Spaß. Herrje, die Kleine (Pe) kann erzĂ€hlen … ich liebe das, wenn sie so in sich ruht und einfach entspannt quasselt; liest du das, Pe?

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Zu spÀt

Mittwoch, den 8. April 2009

Dem Herrn We. hatte ich gestern noch die neue Motorsport aktuell mitgebracht, aber ich stellte dann fest, dass Herr We. schon ausgezogen war. Ging komplett an mir vorbei diese Woche …

Gestern dann großer Aufmarsch: Erst Pe, mit der ich das Kaufland unsicher gemacht habe und zwei Stunden ungefĂ€hr unterwegs war; dann kamen Freddy, Zippi und Doug, danach Mirabelle, mit der ich Abend gegessen und „Solange Du da bist“ auf DVD guckte.

Carpe Diem.

Der Film hat erstaunliche Dialoge, die ich hier auch so fĂŒhre, und brachte mich zur Frage, wem ich eigentlich was zumute … SpĂ€ter mehr.

ZĂ€hn.Er.Pack

Dienstag, den 7. April 2009

Mal wieder ein paar Kurzinfos aus dem Todestrakt.

1. Wieso liest man so wenig von dir und deinem Leben in letzter Zeit?

Nachdem ich zwei Mal (schmerzhaft) hinfiel und vom zweiten Mal inkl. der nachfolgenden, leichteren Depression noch einige Blessuren zu verarbeiten hatte/habe, mein Verstand und andere Dinge lĂ€nger nicht auf einen gemeinsamen Weg verzichteten und ich im Rollstuhl saß/sitze, meine Koordination zum Teufel ging … könnt ihr euch vorstellen, wie schwierig da das Schreiben eines solchen Textes sein kann?

Ist es jedenfalls. Außerdem war ich stĂ€ndig mĂŒde.

2. Wie geht’s dir aktuell?

Jetzt, 11:05 Uhr am 7. April? Prima. Bisschen mĂŒde, aber prima. Pe kommt nachher, die Mittagssonne zeigt sich, ich hab gefrĂŒhstĂŒckt und freu mich wie blöde auf heute Abend.

3. Neues aus Puka-Puka?

Ja. SpÀter.

4. PlÀne?

Ja. Ich geh heut Abend ins Bett und stehe morgen frĂŒh wieder auf. Dazwischen esse, uriniere ich, und versuche, bei beidem nicht zu Tode zu stĂŒrzen.

5. Wieso bist du eigentlich noch da?
a) Ich meide Skipisten und Kölner Innenstadtviertel.

Keine Ahnung, ehrlich.

6. Wie war das mit Uli, Pe und dir letztens?

Ein Familienstress. Sorry, dass das so öffentlich war. Uli und ich haben gestern festgestellt, dass wir schon öfter seit 2004 so aneinandergerasselt sind. Falscher Zeitpunkt fĂŒr uns beide, und jetzt ist das beigelegt und vergessen.

7. Schreibst du jetzt wieder öfter selbst?

Ich versuch’s. Wirklich. Danke, dass ihr trotzdem geblieben seid, obwohl das Finale noch nicht absehbar ist! Gut, „die ich-wĂ€r-so-gern-Grafikerin aus Wien“ wird langsam ungeduldig, aber wen juckt das, he? Ob und wann Luna-Mae-Bilder oder andere Sachen wiederkommen, entscheide ich spontan, ne?

8. Steht medizinisch was an?

Nur FĂ€den ziehen am Bein. DemnĂ€chst. Denke ich. Oder die lassen die dran fĂŒr den Haken, mit dem ich in der Verwertung lande.

9. Brauchst du was?

Gute Frage. Das mit dem Handy ist ja in die Wege geleitet. Wegen der Cam wird grad recherchiert.SĂŒĂŸes? Nein, nicht wirklich. Alkohol? Nö. Hab ich noch genĂŒgend. Gute Gedanken, ein Brief oder ne Mail, Nachsicht mit mir altem Metastasi und – okay, das ist was anderes: Zigaretten sind immer so eine Sache, Manchmal Mangelware … Und oft ist das hier so langweilig, dass ich zu viel rauche … DarĂŒber (in Maßen, also nicht stangenweise, bitte) wĂŒrde ich mich auch freuen können.

Nur: Alles, was ich nicht in der von innen undurchsichtigen Kiste mitnehmen muss, ist nur rausgeschmissenes Geld, Freunde.

10. Apropos: Geld. Da war doch was?
FĂŒr solche Dinge fragt bitte freundlich (der ist schon genug gestraft mit mir) bei Onkel Uli nach. Ihr wißt, was ich meine.

Danke 🙂 Bis bald!

Sinneswandel

Donnerstag, den 5. MĂ€rz 2009

Sorry, war heute etwa 2,5 Stunden zu Fuß unterwegs, um mal andere Dinge wahrzunehmen; GerĂŒche, GerĂ€usche, Gesichter … und danach war ich so platt, dass ich um 21:00 etwa in den Schlaf gefallen bin bis grad eben. 5 Stunden reinrassiger Erholungsschlaf mit einmal wachwerden inklusive.

Davor und dazwischen hab ich mich um eine Kleinigkeit kĂŒmmern mĂŒssen: ein ich hab Besuchsverbot ausgesprochen, und damit eine menschliche Metastase entfernen können, meinen Neffen schockiert (denke ich), das Personal wegen des Verbots informiert, das also offiziell gemacht, und im Wissen darum richtig gut geschlafen. Richtig gut.

Am Mittag ein gutes GesprĂ€ch mit dem Keksdoc gehabt; Zurzeit sieht man mich nicht akut in Todesgefahr, interpretiere ich daraus. Und dass mein Wunsch, noch ’n bĂŒschen weiter zu machen, okay und gut ist, und gar nicht so utopisch eben. Wir sehen mal, ne?

Pieday … macht mir ein bisschen Sorgen, dass so wenig Resonanz kommt. Nicht nett, nicht gut, Leute. Ich gab ja zu, dass das ein bisschen kurzfristig ist, um zu kommen. Aber nicht, um zu antworten, ja? Wir werden sehen, was morgen los sein wird, wir werden analysieren, was wir anders machen mĂŒssen; der Keksdoc (der mir mittlerweile anscheinend eine MittĂ€terschaft anhĂ€ngen will – bietet der mir doch tatsĂ€chlich einen Griff in die Dose (die aus Glas ist, ĂŒbrigens, und unten Keksschichten beherbergt, die noch nie jemand zuvor gesehen haben kann) an. So ein Fuchs.

Jedenfalls: Auf seine Anregung habe ich mal nachgesehen: Gegen Mitte April steht in den historischen Archiven eine weitere FestivitĂ€t auf dem Plan. Wir kĂŒmmern uns darum ab dem Wochenende.

Gesundheitlich sieht es so aus: Körperlich ganz okay, leichte Probleme mit dem Bauch, dem Atmen – aber das ist alles unter Kontrolle und wird nach Bedarf behandelt. Ich wiege 108 Kilo, ĂŒbertreibe das mit dem Bewegungswahn, fĂŒhl mich aber gut dabei. Kurz: These are the best days of my life (since 2008).

Meine.

Dienstag, den 3. MĂ€rz 2009

Ich mach noch n bĂŒschen weiter, Pe. Danke. Ohne Dich wĂŒrd ich das gar nicht erst anfangen …

Du weißt, dass ich nur deshalb noch lebe, weil du da bist und auf mich aufpasst? Weil du mich auftankst und so unerschĂŒtterlich liebst, egal, was ich grad wieder fĂŒr einen Blödsinn verzapfe? Dass die Ärzte mich immer wieder reparieren, beiflicken und zum Laufen bringen, viele mich verwundert und freundlich bestaunen und mir helfen, und sich fragen, woher das grad alles kommt, was in mir ist?

Du weißt, dass das deines ist? Dass ich ohne dich nicht komplett bin, tatsĂ€chlich nicht sein kann im Sinne von „Dasein“? April, erste Diagnose in der Helios: Ein kiwigroßes StĂŒck Dreck in meinem Kopf. Du bleibst relativ ruhig, fragst, was wir wollen, dass es ist: Tumor oder Metastase. Wir wollen die Metastase, und du sagst: Das ist eine. War es dann auch. Raus im Rollstuhl und deine unglaubliche Sicherheit, dass ich die ĂŒberleben werde, dass ich alles zurĂŒckbekomme, was mir fehlt: BewegungsfĂ€higkeit, Motorik, Hirnfunktionen. Nach der OP sehe ich, wie Recht du hattest. Nur einmal hast du dich dann getĂ€uscht: Du hast geglaubt, ich wĂŒrde lĂ€nger zur Erholung brauchen, und brichst fast zusammen, als du um die Ecke kommst und ich im normalen Stuhl am Aufzugsbereich sitze …

Dann der Garten, das Essen, die Party zum Geburtstag, die vielen Besuche mit deinen wunderbaren (und nur beinahe nie nervenden) Kids und den wundersamen mĂ€nnlichen und weiblichen Mitbringseln. Die vielen Fahrten zum Krankenhaus und das Versprechen, dass du mich da niemals gegen meinen Willen zurĂŒcklĂ€sst, das du auch gegen so viele WiderstĂ€nde durchgsetzt hast. Dein Vertrauen in mich.

Die Enddiagnose. Diese Kraft, zu akzeptieren, dass ich akzeptiere uind mich arrangiere. Die GesprĂ€che, wieder und wieder reden wir ĂŒber uns, Leben, Sterben und einfach nur so. Du bringst mich zum Lachen, wenn ich eigentlich nicht wĂŒsste, wieso. Rufst die Kavallerie, als ich nicht mehr weiterweiß, außer zu weinen. Du einst die Dinge, und dann auf einmal: ein Funke, eine Explosion, mein Fehler – und du gehst.

Allerdings nur, um wiederzukommen, noch intensiver.

NatĂŒrlich kracht es zwischendurch immer mal wieder, aber mich verlĂ€sst nicht und nie mehr das Vertrauen, dass es dich gibt, dass du nach wie vor hinter mir stehst, um mich zu stĂŒtzen, und dich vor mich stellst, um mich zu schĂŒtzen. Wehe denen, die sich dazwischenstellen wollen. Das ist dein Signal an mich und die Welt.

Du weißt, dass ich nicht annĂ€hernd ein guter Bruder fĂŒr dich war und dass ich das auch nie mehr sein kann? nicht, weil ich nicht will, nur, weil ich nicht wusste, wie man das macht. Heute, wo’s zu spĂ€t ist, wĂŒsste ich das: ich mĂŒsste nur ein bisschen mehr wie sein wie du bist. Du weißt, dass ich noch weitermachen will und kann, solange dein BauchgefĂŒhl und deine Augen dir genau das sagen? Du weißt, dass ich dich liebe, und dass, wenn ich könnte, ich dir helfen wĂŒrde, die nĂ€chsten Jahre zu ĂŒberstehen?

Alles Gute zum Geburtstag, » Alfis kleine Schwester

Dein kleinster Bruder