Los, lassen!

07: 46 - Dienstag, 10. Februar 2009

Zum Loslassen geh√∂rt(e) f√ľr mich auch die Besch√§ftigung mit der eigenen Beerdigung. Und die sieht so aus, dass Pe alles bestimmen wird. Mich interessierts dann eh nicht mehr.

Meine einzige Bedingung war und ist, dass mich dieses religi√∂se Katholenvolk nicht noch am Ende in seine Rituale einbeziehen kann – keine Pfarrer oder Pastoren oder wie die hei√üen m√∂gen. Darum k√ľmmert Pe sich, und den Rest macht sie so, wie sie das braucht. Ich meine: Wieso zur H√∂lle sollte mich interessieren, was auf meinem Grabstein steht? Welche Blumen ins Grab geworfen werden? Das abzugeben erleichtert, spart mir wichtige Lebenszeit, die ich dann lieber damit verbringe, mir mit Pe Fiesheiten f√ľr Tante M. auszudenken ūüėÄ

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Nicht nur gut

06: 57 - Dienstag, 10. Februar 2009

Es soll bitte niemand glauben, ich wäre jetzt ein Ausbund an Abgeklärtheit und Ruhe und Weisheit und so.

Ich lebe in einer Grenzsituation. Bin nach wie vor gerne lebendig und verhalte mich deshalb mitunter seltsam (wie ich dachte). Je nachdem neige ich zur leichten Cholerik, Ungerechtigkeit, Sturheit (Erbe meines Papas), von Mama hab ich wohl den Hang zu sch√ľtterem Haar und Lungenkrebs. Damit muss meine Familie auch umgehen k√∂nnen, und bislang machen sie das fantastisch. Sie lassen das zu, ohne das zu sehr oder zu wenig zu beachten. Wie Uli und Jost unabh√§ngig voneinander meinten: Ich hab mich da nicht sehr ver√§ndert. Wie beruhigend. Der Punkt ist, dass ich das auch f√ľr mich zulassen muss. Ich sehe aus wie ein verdammter Buddha, aber ich lebe, habe Gef√ľhle. Die m√ľssen gelebt werden. Anders geht’s nicht.

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Wieso?

06: 36 - Dienstag, 10. Februar 2009

Manche Fragen sollte man nicht stellen. Zum Beispiel kann ich mir vorstellen, dass Gaius Julius C√§sar (100-44 v. Chr.), r√∂mischer Feldherr, Staatsmann und Schriftsteller) heute noch leben k√∂nnte, h√§tte er seine(n) Brut(us) morgens nicht gefragt, wie das wohl w√§re, wenn Papa den Sohnemann nicht mit Senatsrechten verw√∂hnt. So aber: Mittags auf der Treppe das alte K√ľrbismesser bis zum Solarplexus im K√∂rper und hintendran Brutus. Falsche Frage, sage ich mal.

√Ąhnlich ist das in meiner Situation jetzt. Seit Tagen gehts mir gut und besser. Die L√§hmung meines rechten Beins ist fast weg, meine Schmerzen sind fast weg, ich „sehe besser aus“, bin gut gelaunt … Soll ich fragen, wieso das so ist? Wozu? Das ist so. Das genie√üe ich. Das kann morgen vorbei sein, nach wie vor. Soll ich mir das Essen mit Gr√ľblereien verderben?

Vielleicht ist das einer der Mechanismen, mit dem eigenen bevorstehenden Tod zurechtzukommen: Annehmen, nicht fragen. Bei mir funktioniert’s.

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Rita

06: 07 - Dienstag, 10. Februar 2009

Heute Morgen – eben – habe ich Rita kennen gelernt. Nach Zigarette #2 sah ich im linken Augenwinkel etwas Lockiges auf dem Boden, das zu mir hochguckte. Prima, dachte ich, was f√ľr ’ne fiese Nummer meiner Metastasen am Morgen. Normalerweise sehe ich links nur meine Mama, meinen Papa oder anonym vorbeihetzende Personen aus meinem Unterbewu√ütsein.

Dauerte bisschen, bis ich merkte: Der Hund da unten ist echt. Rita, „Wachhund“ der Nachtschicht Heinz Willi. Wie man das so lernt, hielt ich ihr (Rita) eine Hand hin, damit sie einverstanden sein konnte, von mir gestreichelt zu werden, aber Rita machte nicht den Eindruck, als w√§re das ein erkl√§rtes, zu erreichendes Lebensziel f√ľr sie.

Vielleicht morgen. Jedenfalls: Guten Morgen, Welt ūüôā

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I. Ankunft

01: 08 - Dienstag, 10. Februar 2009

Es kann sein, dass ich hier Zeiten durcheinanderbringe. Dann korrigiert mich bitte in den Kommentaren, Familie.

Familie

Ich schätze, ich sollte den Begriff Familie mal definieren: Das sind diejenigen, die in der letzten Zeit vor allem persönlich, also aus meinem direkten Umfeld, da waren und sind: Pe, Pe und nochmal meine kleine geliebte Schwester; Uli (und auch Maria); Schnuppsi, Rainer, Ilka, Gabi, Elke, meine vermisste DRK-Ria, Jost, Bianca, Lars, Mike, Bettina, Tina.

Nat√ľrlich ihr aus meiner virtuellen Welt und von weiter weg (ich hab dich lieb, Sonne). Hab ich jemand nicht erw√§hnt? Mein Hirn ist manchmal ein Sieb, wo an den unm√∂glichsten Stellen L√ľcken sind.

Als ich hier vor drei Wochen aus dem Krankentransport im Rollstuhl vor die T√ľr gefahren wurde, habe ich erst mal geheult. Sagte Pe, dass das jetzt das Haus sein w√ľrde, in dem ich sterbe.

In der Heliosklinik hatte ich immer mehr abgebaut, k√∂rperlich und geistig, seit ich wusste, dass da „medizinisch“ nichts mehr zu machen sei. Ich konnte n icht allein aufs Klo, nicht wirklich aus dem Rollstuhl, musste mir bei allem helfen lassen, und wurde – denke ich – da aber auch nicht richtig versorgt.

Und jetzt war ich hier, mit dem „never come back“-Stempel versehen. Ich gab mir eine Woche, zehn Tage vielleicht, bis ich sterben w√ľrde. Dann passierten ein paar Dinge. Der Doc sprach mit mir, erkl√§rte mir, was man hier tut, dass und wie ich sterben w√ľrde. Versprach mir, dass ich nicht krepieren, nicht ersticken w√ľrde und nahm mir damit auf einmal zwei gro√üe, die gr√∂√üten √Ąngste. Meine Schmerztherapie begann. Wann immer ich brauchte, wollte – ich bekam Schmerzmittel, die wirkten. Seit Monaten war ich endlich √ľber l√§ngere Zeit schmerzfrei.

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Wo? Da!

19: 44 - Montag, 9. Februar 2009

Da wohne ich. Guckt mal rein, wenn ihr mögt Рein paar Geschichten dazu folgen dann.

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Feed it!

12: 30 - Montag, 9. Februar 2009

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Wenn schon … oder?

UPDATE (und gut is)

Kleines Bilderrätsel: Unter www.desoetejonges.de ist der andere Doug irgendwo in der Galerie abgebildet. Wer ihn findet, bekommt eine kleine Lobhudelei in diesem Blog (Teilnahmeschluss: Demnächst)[/hidepost]

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