Finding Music
Dienstag, den 31. März 2009Mein neuestes Hobb: einem Song folgend den empfohlenen Titel
<a>HREF=http://www.youtube.com/watch?v=1FE_dxZi9pE
Mein neuestes Hobb: einem Song folgend den empfohlenen Titel
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Heute morgen hab ich mich noch ganz gut gefühlt, bis ich mich neben einen Stuhl setzte und rücklings ins Mobiliar fiel . Nix passiert, tat nur weh.
Seitdem hab ich mich dann wieder ins Bett gefläzt, geheult und „bald tot “ gespielt. Bis der Doktor kam und mir etwas klar gemacht hat. Ich lebe, und aller Vorraussicht nach noch länger (ohne Gewähr) Gevatter Tod hat er jedenfalls noch nicht an meiner Tür gesehen.
Das war eine der fröhlichsten OPs, die an mir durchgeführt wurden. Gut, die Betäubung fühlte sich an, als wenn der Doktor das Ding einfach aus mir rausreißen würde (was mich dazu brachte zu sagen „soviel zu Palliativ“; aber danach und bisher null Schmerzen. Sehr guter Job, Doc!
Schlimm waren die vier Tage danach. Liegen bleiben. Ich hab mir damit gleich ne Depression eingefangen, im Schlaf geheult, bis heute Abend nichts (außer ner Gurke und ner Birne) gegessen. So langsam fang ich mich wieder, eben gab es normales Abendessen, was einige hier erleichtert hat. Also habt noch Geduld, bitte.
† Vier Fünf Gäste sind hier in dieser Woche verstorben, still, von mir unbemerkt fast – wenn nicht fünf Mal Särge an mir vorbeigerollt wären. Man kann zwei Typen unterscheiden: die Hochwertigen mit Beschlägen, und die aus schlichter Fichte/Kiefer/Tanne, die wohl ihr Ende in einem Krematorium finden werden. Bei den hochwertigeren Särgen ist Eiche Rustikal das von mir meist bemerkte Modell.
Die Särge, auch wenn sie nur einen halben Meter an mir vorbeirollen, machen mir nichts aus – das sind schlicht Transporte für mich. Und sowieso: ich habe ja gar keinen Kontakt zu den anderen Gästen. Wenn man das mal so sieht, dämpft das auf realistisch Weise meine vor einigen Tagen beginnende Euphorie in Bezug auf die vielleicht doch längere Lebenszeit. Der erwartete Tod dieser Menschen bedeutet: Nichts ist annähernd sicher für mich, nichts kann eine noch so gut gemeinte Prognose (Monate, vielleicht Jahre) bestätigen. Auch nicht entkräften. Was ich meine, ist: Ich fange den Tag (Carpe Diem), und ich warte nicht mehr bis „morgen“. Macht jemand mit?
Gestern war ein Scheißtag. Ich hab nur rumgeheult, schlimm depressiv rumgelegen, und hatte auf einmal Angst, jetzt zu sterben.
Angst? Ich? Ohja. Je länger die gute Phase dauert, desto weniger habe ich daran geglaubt, doch noch sterben zu müssen. Exakt das, vor dem ich Angst hatte, ist eingetreten: Ich will leben. Aber ich werde nach wie vor nur noch als Gast hier geduldet, und meine Zeit läuft ab.
Ich war doch schon so weit, dass ich das akzeptiert hatte. Und jetzt muss ich zwar nicht ganz von vorn, aber doch schon wieder von fast vorne mit der Akzeptanz anfangen.
Lebenswille kann manchmal echt lästig sein.
Das war ja schon fast manisch: Um 4 Uhr raus, Rechner an, wie im Büro den Todo-Zettel ausgepackt und abgearbeitet. Ab sofort bin ich in Kurzarbeit. Heißt: Schlafen, liegen bleiben, bis ich gar nicht mehr mag.
Hab ich heute dann auch so praktiziert. Und mir gehts echt gut dabei. Gewöhnt euch also an das Design, meine Kurzarbeit, und dass ich nicht mehr jeden Pups rund um die Blogtechnik oder Design oder so sofort angehe. Et lüpt, un dat is alles.
Gestern Abend komme ich auf die Idee, Mau Mau zu spielen. Lange nicht getan, früher dagegen ganz oft mit Mama und Oma Anna und natürlich Peperchen. Oma Anna und sie spielten dann aber auch sowas wie „Spitz paß auf“ um Pfennige. Bin ich nie hintergekommen, wie das geht.

Jetzt also mit Miri Mau Mau. Kurz die Regeln festgelegt, dann geht’s los. Weil meine Hände ständig trocken sind, reib ich sie mit Feuchtigkeitstüchern ein. Ein echtes Handicap. Wir spielen. Miri führt irgendwann, aber ich lasse nicht locker, hole sie immer wieder ein, führe zum Teil.

Gegen Ende machen wir aus: wer als erster 30 Spiele gewonnen hat, ist der Sieger. Mit einigen Kamikazebauereinsätzen führe ich schließlich 29-28, dann Gleichstand – ich gewinne 30 – 29. Das bedeutet, dass die hirngesunde, 12 Jahre jüngere Feinmotorikerin sich hat von einem metastasösen, alten Sack mit Koordinationsschwierigkeiten und leichter Verwirrtheit hat abzocken lassen. Mir wär das ja peinlich …
